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3 Parasiten, die leicht übersehen werden

    Wir alle möchten gesundes Wildbret ohne Parasiten essen. Daher achten wir Jäger bei der Untersuchung unserer erlegten Stücke auch genau auf möglicherweise vorhandene Veränderungen. Wenn man sich jedoch zu sehr beeilt oder die Organe gar nicht erst anschneidet, kann es leicht dazu kommen, dass man kleinere Parasiten übersieht. Drei Kandidaten, bei denen das leicht passieren kann, möchte ich euch in diesem Beitrag vorstellen.

    Hast du schon einmal weiße, längliche Würmer auf der Leber gesehen? – Filarien

    Die Filarien gehören zu den Spulwürmern und treten in letzter Zeit häufiger auf. Sie können frei in der Bauchhöhle parasitieren oder aber auch z.B. unter der Leberkapsel anzutreffen sein.
    Wenn sie sich frei in der Bauchhöhle befinden muss man wirklich genau hinschauen und ausreichend Licht haben, um sie entdecken zu können.
    Bei den von mir erlegten Rehen habe ich oft welche im Bereich des Übergangs vom Rücken zum Becken entdecken können. Wenn die Filarien sich unter der Leberkapsel angesiedelt haben kann diese als Reaktion auch weißlich verfärbt oder verdickt sein.
    Es können jedoch auch Unterhautfilarien auftreten. Dabei haben sich die Filarien dann direkt unter den Muskelhäuten angesiedelt. Dies geschieht gerne im Bereich der Gliedmaßen.

    Klein oder groß, beide leben in der Lunge – Lungenwürmer

    Den Lebenszyklus von Lungenwürmern haben alle Jäger während der Jagdausbildung gelernt.
    Aber hast du schon einmal welche gesehen?

    Dafür muss man die Lunge auf jeden Fall gezielt an der befallenen Stelle anschneiden. Hinweise auf einen Lungenwurmbefall sind äußerlich durch Entzündungsanzeichen sichtbar.
    Beim kleinen Lungenwurm treten wallnussgroße Brutknötchen auf. Beim Lungenwurm des Schwarzwildes sieht die Lunge insgesamt entzündlich verändert aus und weißt Verfärbungen auf. Um den großen Lungenwurm zu entdecken, sollte man direkt die Drossel aufschärfen.

    Die verdickten Gallengänge geben den Hinweis – Leberegel

    Die Leberegel parasitieren in der Leber innerhalb von den Gallengängen. Wenn man die Leber anschneidet sieht man bei der gesunden Leber die klar abgegrenzten Gallengänge ohne austretenden Inhalt.

    Bei einem vorliegenden Befall mit Leberegeln treten nach dem Anschnitt große Mengen grünliche Galle aus den Gängen aus. Zugleich lassen sich die Leberegel auch direkt aus dem Anschnitt des Gallengangs ausdrücken. Wenn das erlegte Stück zeitnah aufgebrochen und untersucht wurde, können sich die Leberegel dann auch noch bewegen.

    Wenn der Leberegelbefall stärker ist und schon länger besteht, kann man ihn von außen bereits vermuten. Da die Leberegel innerhalb der Gallengänge parasitieren, führen sie dort zu einer permanenten Reizung. Die Gallengänge entzünden und verdicken sich dadurch. Von außen kann man diese verdickten, weißlichen Gallengänge deutlich sehen. Der Verdacht auf Leberegelbefall besteht und man sollte die Leber dann auf jeden Fall anschneiden.

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