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5 der gefährlichsten Wildkrankheiten Europas!

    Nicht alle Wildkrankheiten, die bei uns in Europa auftreten könnten sind auch für den Menschen gefährlich und stellen eine Zoonose dar.
    Von den bei uns vorkommenden zoonotischen Krankheiten gibt es welche, die nur in geringem Maße krank machend sind, andererseits gibt es jedoch auch welche, die für Menschen sehr gefährlich werden können. Ganz besonders gilt dies für Personen, die durch andere Umstände immungeschwächt sind und dessen Immunsystem sich somit schlechter gegen diese Krankheitserreger wehren kann.

    In diesem Beitrag möchte ich dir fünf Krankheiten vorstellen, die zu den gefährlicheren zählen, weil sie durchaus in der Lage sind ernsthafte Erkrankungen beim Menschen auszulösen und teilweise auch zu dessen Tod führen könnten.

    Kennst du sie bereits alle?

    Der grausame Tod – die Tollwut

    Ein schrecklicher, qualvoller Tod ist nahezu unausweichlich, wenn man zu den Infizierten gehört und die Notimpfung zu spät kommt oder erst gar keine durchgeführt werden kann. Gemeint ist die Tollwut. Hauptwirte sind Caniden, wie Fuchs, Wolf und Marderhund, aber auch Waschbären, Schakale und viele weitere sind weltweit bedeutsam, wenn auch aktuell nicht in Deutschland. Beachtet werden muss außerdem, dass auch Fledermäuse eine Form der Tollwut übertragen können, die auch den Menschen infizieren kann.

    Wie gefährlich kann aufgewirbelter Staub schon sein? – das Hantavirus

    Betroffene Nagetiere tragen das Virus vermutlich lebenslang mit sich rum und scheiden es über Speichel, Kot und Urin aus ohne dabei Krankheitsanzeichen zu zeigen. Wir Menschen können das Virus dann über aufgewirbelten, mit Nagerurin kontaminierten Staub einatmen und daran erkranken. Auch eine Übertragung über Bisse infizierter Nagetiere wäre möglich, ist aber äußerst selten. Die bei uns überwiegend vorkommende Variante verursacht glücklicherweise nur mildere Krankheitsverläufe, die unter anderem zu eingeschränkten Nierenfunktionen und Fieber führen können. Nur in seltenen Fällen kommt es zu schweren klinischen Verläufen, diese können aber tödlich enden. Vorbeugend kann man Schutzmaßnahmen ergreifen, wie das Tragen von Atemschutzmasken, wenn sich der Kontakt zu vermutlich infizierten Bereichen nicht vermeiden lässt.

    Jeder kennt ihn, aber nicht jeder nimmt ihn ernst – der Fuchsbandwurm

    Fälle in denen Menschen sich als Zwischenwirt mit dem Fuchsbandwurm infizieren sind glücklicherweise sehr selten. Denn die alveoläre Echinokokkose zählt zu einer der gefährlichsten parasitären Erkrankungen, weil die Todesrate bei unbehandelten Patienten recht hoch ausfallen kann. Endwirte des Fuchsbandwurmes sind vor allem Füchse, aber auch Marderhunde, Hunde und Katzen. Die adulten Bandwürmer leben im Darm der Endwirte und produzieren Eier, die dann mit dem Kot ausgeschieden werden. Diese Eier werden von Zwischenwirten, vor allem Nagetieren, aufgenommen. Hauptsächlich in der Leber der Zwischenwirte bilden sich dann die Finnen, die eine bläschenartige, schwammartige Struktur aufweisen und große Teile der Leber und auch anderer Organe einnehmen können. Die geschwächten Zwischenwirte werden dann wiederum leichtere Beute für die Endwirte. In dem Dünndarm der Endwirte entwickeln sich aus den Finnen neue Bandwürmer, die wiederum Eier produzieren und der Kreislauf schließt sich.

    Der Mensch ist kein natürlicher Zwischenwirt, sondern ein Fehlzwischenwirt. Die Inkubationszeit kann sehr lang sein und es ist möglich, dass Krankheitssymptome erst nach 5-15 Jahren auftreten.

    Verschiedene Krankheitsverläufe möglich – der Waschbärspulwurm

    Waschbären werden als Neozoen und bedeutende Prädatoren, die sich massiv ausbreiten, entsprechend viel bejagt. Teilweise wird das gewonnene Wildbret auch verzehrt und weiterverarbeitet, wie zum Beispiel zu Würstchen.
    Dabei sollte man im Umgang mit Waschbären immer im Hinterkopf behalten, dass sie Träger des Waschbärspulwurms sein können. Diese Würmer können im Darm der Waschbären leben, wo sie tagtäglich viele Eier produzieren, die dann mit dem Kot ausgeschieden werden. Der Mensch kann sich durch die Aufnahme dieser Eier über ungewaschene Hände, an denen Eier haften, oder kontaminierte Lebensmittel infizieren. Aus den Eiern können dann die Larven schlüpfen, die die Darmwand durchdringen und in verschiedene Gewebe oder Organe eindringen und diese schädigen. Eine Infektion kann unbemerkt und ohne Symptome ablaufen, es gibt jedoch auch Krankheitsverläufe, die die Nerven, die Augen und die Eingeweide betreffen. Der symptomfreie Verlauf ist glücklicherweise am verbreitetsten. Man sollte jedoch als Eigenschutz immer an ausreichende Hygienemaßnahmen im Umgang mit Waschbären und vor allem auch deren Kot denken.

    Handschuhe alleine schützen dich nicht – die Tularämie

    Die Tularämie ist eine bakterielle Erkrankung, die bei Hasen und Wühlmausarten am bedeutendsten ist. Infizieren kann man sich über den Biss infizierter Zecken, durch kleinste Hautläsionen, in die der Erreger nach Berührung eindringen kann, durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel und leider auch durch das Einatmen von infizierten Aerosolen. Während der Jagd besteht hier vor allem beim Abhäuten erlegter, infizierter Feldhasen die Gefahr der Ansteckung.
    Der erste unspezifische Erkrankungsverdacht ergibt sich bei der Lebendbeschau von auffälligen, sich krank verhaltenden Tieren. Im Rahmen der Organuntersuchung während der Fleischbeschau verhärtet sich der Verdacht bei weißlichen bis geblichen punktförmigen Herden in Leber, Milz und den Lymphknoten. Auch bei einer reinen Anschwellung von Leber oder Milz und anderen Organen, besonders bei Hasen, ist immer an eine zoonotische Erkrankung zu denken. Das Tier sollte dann zur sicheren Erregerbestimmung in ein Untersuchungslabor verbracht werden, denn auch andere bakterielle Zoonosen können zu sehr ähnlichen Krankheitssymptomen führen, die sich rein von der äußerlichen Betrachtung her, nicht sicher voneinander abgrenzen lassen.

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